18. Symposium Elder Mediation D-A-CH

17./18. April 26 in Luxemburg

Katarzyna Schubert-Panecka (Karlsruhe) und Yvonne Hofstetter Rogger (Fachgruppe Altersmediatioin Bern) eröffnen das von ihnen ins Leben gerufene Symposium zum 18. Mal. Im Zentrum steht erneut, unser Wissen in Mediation in Alters- und Generationenfragen zu mehren und unsere Erfahrungen auszutauschen. Wir befassen uns mit interkulturellen Aspekten und verstehen diese sehr breit, denn zwischen Generationen, zwischen verschiedenen Professionen können kulturelle Unterschiede ebenso bedeutsam sein wie zwischen Menschen verschiedener geographischer Herkunft.

Unser eigener Umgang mit unerwarteten kulturellen Verschiedenheiten

(Input und Übung mit Katarzyna Schubert-Panecka)

Was geschieht mit uns, wenn sich unser Gegenüber in alltäglichen Situationen anders als erwartet verhält, andere Rituale pflegt, Anderes als wichtig und unverhandelbar betrachtet? Das Nachdenken über unsere eigenen Reaktionen und unsere Befindlichkeit in solchen Situationen macht uns aufmerksam und sensibler dafür, was alles auch noch möglich ist, was Menschen mit unterschiedlichster Prägung denken, fühlen und was ihr Handeln leitet.
Was erleben Frauen aus Polen, die 24 Stunden Betreuung in Deutschland oder der Schweiz übernehmen? Was ist zu beachten, dass solche Einsätze gut lebbar sind für alle Beteiligten? Wie fühlt es sich an, unter oft schwierigsten Bedingungen diese Arbeit zu leisten?

Wie wird Pflege von Angehörigen erlebt?

(Input von Yvonne Hofstetter)

Mit welcher Haltung übernehmen Angehörige die anspruchsvolle Pflege und Betreuung alter Menschen, wenn Fragilität und Krankheit einen hohen Unterstützungsbedarf auslösen? Wird es als Selbstverständlichkeit angeschaut und, wenn ja, von wem? Können wir als Mediator:innen bei Konflikten in diesem Bereich zu mehr Wahl anstatt Pflicht beitragen? Denn die Haltung, mit der Angehörige pflegen, wirkt sich auch auf die Gefühle aus, die schwierige Situationen mit sich bringen und darauf, ob die so vielfältigen und zeitintensiven Aufgaben auch mit anderen geteilt werden können. 

In Verbindung kommen mit Menschen mit Demenz / Idiolektik

(Gerlind Martin, Fachgruppe Altersmediation Bern)

Richtig Zuhören ist besser als viele Worte! Das aufmerksame Zuhören äussert sich, indem wir all unsere Sinne zuerst auf Zuhören richten, uns ganz auf den Menschen gegenüber einlassen, ihn unsere volle Präsenz spüren lassen. Menschen mit Demenz können Bedürfnisse äussern, wenn wir bei jedem herausfinden, wie er oder sie diese äussern kann. Und wenn es uns gelingt, Schlüsselwörter aufzugreifen, die für ihn oder sie besonders bedeutsam sind, dann kann Verständigung möglich werden. Wir haben Zugang zu einer etwas anderen Sprachkultur gefunden: ein Geschenk!

Wie soll der Betrieb weitergehen, wenn der Patron nicht loslässt?

(Edith Wellmann Hufnagel, Mannheim)

Wir lernen aus konkreter Fallarbeit, und diese Mal ging es um eine Mediation in einem grossen Mehrgenerationenbetrieb: Drei Generationen und dazugekommene Ehe- oder Lebenspartner. Die Ausgangssituation war für alle Beteiligten sehr schwierig, ohne viel Hoffnung, weil so vieles vom Firmengründer und Patron dirigiert wurde, auch entgegen schon getroffenen Abmachungen. Wegen der Vertraulichkeit sind schon in der Schilderung einige Aspekte verändert worden. Die Mediatorin schildert vor allem ihr Vorgehen und zeigt die Schlüsselmomente auf, die eine neue Sicht hervorbrachten. Dank einer sorgfältigen Klärung der Bedürfnisse und Möglichkeiten aller Beteiligter wurden neue Denk- und Handlungsmöglichkeiten hervorgebracht. Eine gelungene Mediation, die bedeutsame Veränderungen im Mehrgenerationenbetrieb möglich gemacht hat!

Luxemburg als Veranstaltungsort

Unsere Luxemburger Kolleginnen, insbesondere Corinne Weis, Claudine Heuschling und Katja Lopes haben alles wunderbar für uns organisiert. Luxemburg hat uns als Stadt beeindruckt. Das Familienministerium des luxemburgischen Staates würdigte die Bedeutung unseres Anlasses und finanzierte eine Stadtführung und ein wunderbares Mittagsbuffet. Vielen Dank!

Weitere Teilnehmende der Fachgruppe Altersmediation Bern waren: Franziska Feller und Michel Wyss

Nächstes Symposium online 13./14. November 2026 und dann wieder vor Ort im Frühjahr 2027 (in Planung).

Bericht: Yvonne Hofstetter Rogger, 1. Juni 2026

Allgemeine Auskunft

info[AT]altersmediation-bern.ch